Bad Oldesloe: Bündnis gegen Rechts ist erschüttert

Die Empörung ist groß, und alle sind sich einig: In Bad Oldesloe ist kein Platz für Diskriminierung. Am Donnerstagabend trafen sich Vertreter des Oldesloer Bündnisses gegen Rechts, um das Thema „Diskothek Nachtschicht“ zu diskutieren

Bad Oldesloe. Wie die LN berichteten, steht der Tanztempel in der Industriestraße in der Kritik, weil wiederholt Jugendliche mit „südländischem Aussehen“ an der Tür abgewiesen worden sein sollen. Bürgermeister Tassilo von Bary hat sich jüngst dieser Problematik angenommen. Das Ordnungsamt der Stadt wird nun das klärende Gespräch mit den Disko-Betreibern Thore und Björn Peemöller suchen.

„Ich bin erschüttert ohne Ende, dass es so etwas in Bad Oldesloe gibt. Mein erster Gedanke war ,Großdemo‘“, erboste sich Walter Albrecht vom Bündnis gegen Rechts, das in der Kreisstadt durch die Unterstützung von Parteien, Vereinen und Gewerkschaften breit aufgestellt ist. „Ich verurteile das Verhalten der Betreiber auf das Schärfste. Hier wird die Würde des Menschen mit Füßen getreten“, sagte Albrecht hoch emotional. Er fordere die Betreiber auf, dieses Verhalten sofort einzustellen. Und: „Ich freue mich über die Initiative des Bürgermeisters und hoffe, dass es schnell eine befriedigende Lösung geben wird“, so der Sozialdemokrat.

„Bad Oldesloe ist sensibel bei diesem Thema“, sagte Hendrik Holtz, Kreistagsabgeordneter der Linken. „Hier schließen sich die Kräfte schnell zusammen und tragen die Geschichte notfalls auch auf die Straße.“ Die Disko zu bestreiken, dazu wollten die Teilnehmer der Runde — neben Albrecht und Holtz noch Aygün Caglar, Dieter Hoffmann und Wulf Henning Reichardt (CDU) — zunächst nicht aufrufen. Nur Hendrik Holtz macht Nägel mit Köpfen: „Ich persönlich rufe zum Boykott der Nachtschicht auf. Solche Diskotheken brauchen wir in Bad Oldesloe nicht“, meinte der Zarpener.

Dieter Hoffmann indes reagierte besonnener. „Nur mit Beharrlichkeit und gezieltem Engagement lässt sich etwas erreichen“, sagte der Christdemokrat. „Ich denke, wenn man dauerhaft Druck auf die Betreiber ausübt, wenn vielleicht Gäste wegbleiben, dann könnte sich etwas ändern.“ Und er riet: „Aus dem Konsens in der Stadt, dieses Gebaren nicht zu tolerieren, sollte man Aktionen starten.“ Wie die aussehen könnten, darüber ist man sich allerdings überhaupt noch nicht einig. In Schulen Flyer zu verteilen, die über die Diskriminierung aufklären, eine Podiumsdiskussion mit den Betreiber-Brüdern zu veranstalten oder gar eine Demonstration zu organisieren — darüber wurde nachgedacht.

Zunächst aber will das Bündnis gegen Rechts abwarten, was die Stadt ausrichten kann. „Wir hoffen auf Besserung. Aber wir werden nicht tatenlos zusehen, wie in unserer Stadt Leute diskriminiert werden. Oldesloe steht auf“, betonte Walter Albrecht.

Die nächste öffentliche Sitzung des Bündnisses gegen Rechts ist am Montag, 11. März, um 19 Uhr im Bürgerhaus, Mühlenstraße 22, in Bad Oldesloe.
Quelle: LN-ONLINE