Bad Oldesloe: Rassismus hat viele Gesichter!

Leider steckt Rassismus immer noch in vielen Köpfen der Menschen, sei es in den verfestigten Sprachweisen, in den Medien oder im öffentlichem Raum.

Dieser sogenannte „Alltagsrassismus“ hat sich bereits so stark in der Gesellschaft etabliert, dass es den wenigsten bewusst ist, dass sie Menschen aufgrund ihrer Hautfarbe, Religion oder Herkunft diskriminieren und in vorgefertigte Schubladen stecken. Rassismus ist schon längst kein Phänomen mehr welches nur innerhalb rechter Parteien und deren Umfeld vorkommt, sondern ist ganz im Gegenteil in der breiten Bevölkerung angekommen und wird zudem auch noch als normal und legitim empfunden.

Orte an denen dieses Verhalten besonders in Erscheinung tritt und sogar noch gefördert wird, sind unter anderem die Nachtschicht und das Atrium , beides Diskotheken der Gebrüder Peemöller. Die Türpolitik der beiden Clubs macht dies sehr deutlich. Auf ihrer Internetseite schreiben sie, dass man um reinzukommen lediglich ein gepflegtes Äußeres besitzen sollte, doch liest man ein paar Zeilen weiter räumen sie ein das die endgültige Entscheidung über den Einlass immer noch bei den Türstehern liegt. Nach Aussage der Sicherheitsfirma aber handeln diese nur auf Anleitung der Geschäftsführung. Naheliegend ist das sich beide, Betreiber und Sicherheitsfirma, gegenseitig die Schuld an der rassistischen Türpolitik zuweisen um sich aus der Affäre zu ziehen. Geändert wurde durch den Trubel in der Öffentlichkeit um die Nachtschicht und das Atrium nur wenig. So lassen sie zwar vereinzelt Menschen mit Migrationshintergrund rein, haben aber nach Aussage eines Türstehers eine klare Quote zu erfüllen. Zitat Türsteher: „Wir lassen etwa 70 Prozent Deutsche hinein. Wären zu viele Ausländer in der Disko, könnte die Stimmung kippen.“ Diese Aussage spiegelt genau den Alltagsrassismus wieder, den auch die Medien publizieren und der allgemein von der Bevölkerung wiedergegeben wird. Findet zum Beispiel eine Straftat statt und ein Mensch mit Migrationshintergrund ist beteiligt, so wird bei diesem seine Herkunft, sein Äußeres oder seine Religion explizit in den Berichten hervorgehoben. Im öffentlichem Raum wird so ein schematisches Bild des „kriminellen Ausländers“ kreiert und damit die Aussage des Türstehers bagatellisiert.

Alltagsrassimus in Nachtclubs

Diese Türpolitik spielt rechtsoffenen und rechtsradikalen Menschen in die Hände, für sie sind die beiden genannten Diskotheken ein beliebter Treffpunkt geworden . In ihrer verqueren Weltanschauung kommen ihnen Räumlichkeiten wie die Nachtschicht und das Atrium grade recht, da sich weder Gäste noch die Mitarbeiter an neonazistischer Kleidung und rassistischen Äußerungen während der Partys stören. Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz(AGG) soll „Benachteiligungen aus Gründen der Rasse oder wegen der ethischen Herkunft, des Geschlechts, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität verhindern und beseitigen“. Dieses deutsche Bundesgesetz findet in der Realität, wie wir gerade an dem Beispiel der Diskotheken erläutert haben, eher wenig Beachtung. Selbst wenn man sich auf dieses Gesetz bezieht, sind die Chancen gering das einem tatsächlich Gerechtigkeit widerfährt. Bei jeder Klage braucht man schließlich stichhaltige Beweise wie Ton – oder Bildaufnahmen um überhaupt ernst genommen zu werden. Durch diesen Inforeader erhoffen wir uns, dass sich mehr Menschen mit der Problematik des Alltagsrassismus und speziell der rassistischen Türpolitik verschiedener Diskotheken beschäftigen und sich offen gegen Rassismus, Ausgrenzung und Intoleranz engagieren. Nur wenn die breite Masse sich mit diesen Themen auseinandersetzt, kann ein Umdenken in der Gesellschaft stattfinden. Getroffen hat es wenige, gemeint sind wir alle.  Love music – hate racism.

Wir wollen nicht länger nur zuschauen!

Aufgrund von mehreren, öffentlich bekannten, rasissistisch motivierten Vorfällen an den Eingängen der Diskotheken “Nachtschicht” (Bad Oldesloe) und “Atrium” (Kiel) haben wir uns entschieden eine Inforeader zu verfassen. Dieser soll nicht nur über die Betreiber Björn und Thore Peemöller informieren, sondern auch die vorherrschenden Verhältnisse in diesen Clubs beschreiben und offen darlegen. Schon seit Jahren ist Rassismus bei der Selektion der Gäste einer Diskothek keine Besonderheit mehr, auch die beiden Clubs der Gebrüder Peemüller machen da keine Ausnahme. Ganz im Gegenteil scheinen sie die Sortierung der Gäste nach Nationalität selbstverständlich und ohne jedes Unrechtsempfinden zu praktizieren. Seit längerem schon beobachten wir die rassistischen Verhältnisse vor den Türen besagter Clubs. Hierbei ist uns aufgefallen das auch regionale, sowie überregionale Zeitungen diese Problematik aufgriffen haben und sie so öffentlich gemacht haben. Die allgemeine Empörung legte sich allerdings genauso schnell wie sie aufgekommen war, nach ein paar Wochen waren alle Artikel dieser Art wieder verschwunden und die Gemüter hatten sich wieder beruhigt. Nur an den Verhältnissen in den Diskotheken hatte sich nichts verändert. Die Strategie von Thore und Björn Peemöller, das Thema auszuschwitzen, ihre Angestellten vorzuschieben und sich so vor der Öffentlichkeit zu drücken ging auf. Auf keinen der Vorwürfe gab es eine persönliche Reaktion, sodass das Interesse der Bürger und der Zeitungen schnell wieder abflaute. Das Treiben der Secruritys konnte somit ungehindert weiter gehen. Auch verschiedenste kreative Aktionen gegen dich Nachtschicht wurden ignoriert und unter den Teppich gekehrt. Die Situation ist also immer noch genauso katastrophal wie bisher, denn in beiden Clubs müssen die meisten Menschen mit Migrationshintergrund immer noch draußen bleiben, während ihre ,,deutschen“ Freunde gemeinsam feiern dürfen. Doch die Vorgehensweisen von den Sicherheitsfirmen der Diskotheken stellen nur ein Teil eines viel Größeren Problems dar, welches sich in unserer Gesellschaft manifestiert hat. Rassimus setzt setzt sich auch im alltäglichen Leben fort, meist in versteckten unbewussten Form die allgemein Toleriert wird. Alltagsrassimus führt dazu, dass Taten von Einzelpersonen verallgemeinert und negativ auf ganze Personengruppen bezogen werden. Durch diese Mentalität erst können solche Diskotheken wie die der Brüder Peemöller entstehen und Fuß fassen.