Nordhorn‘s sechs Versuche

Am 9.Januar 2014 wurde Daniel Nordhorn, Kreisverbandsvorsitzender der NPD Segeberg- Neumünster, vor dem Amtsgericht Neumünster wegen Beleidigung und Volksverhetzung gegen ein Mitglied der Piratenpartei zu einer Geldstrafe verurteilt. Nordhorn, der sich selbst verteidigte, benannte sechs Zeugen, die in keiner Weise zur Wahrheitsfindung beitragen konnten.

Anfang Oktober 2012 führte die NPD einen Infostand in Boostedt durch. Unter den Gegendemonstranten befand sich der Geschädigte, der mit einer Fahne der Piratenpartei an dem Protest teilnahm. Laut seiner Aussage wechselte Nordhorn die Straßenseite um zu den Gegendemonstranten zu gelangen und fragte ihn sinngemäß „ Du bist doch auch so ein Kinderschänder von derPiratenpartei“. Gleiches gab die Landtagsabgeordnete der Piratenpartei, Angelika Beer, zur Aussage.
Nordhorn widersprach der Aussage. Er habe nur Konversation betreiben wollen, aber er hätte niemanden als Kinderschänder bezeichnet. Nordhorns erster Zeuge, Michael D., konnte nichts zu Entlastung seinesFreundes beisteuern. Er gab an, er habe sich nicht vom Fleck gerührt und nur gesehen, dass Nordhorn die Straßenseite zu den Gegendemonstranten wechselte.
Der nächste Zeuge, Alexander M., versuchte es gar mit einer„Gefälligkeitsaussage“, wie es der Staatsanwalt bezeichnete und behauptete gar, Nordhorn hätte gar nicht die Straßenseite gewechselt. Auch der dritte Zeuge konnte Nordhorn leider nicht helfen. Denn dieser war bei dem NPD Infostand gar nicht anwesend gewesen. Er erinnerte Nordhorn daran, dass er seine Teilnahme mit der eines anderen Infostand verwechsele.
Der vierte Entlastungszeuge, Steffen P. erschien erst gar nicht zum Gericht und bekam als Strafe ein Ordnungsgeld aufgebrummt. Auch die letzten beiden Zeugen, Thorsten V. und Rudolf R.konnten nichts zum Vorfall sagen. Der Staatsanwalt und der Richter befanden die Aussage des Geschädigten und von Frau Beer als glaubhaft. Nordhorn wurde wegen Beleidigung und Volksverhetzung verurteilt und bekam eine Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu je 60 Euro.

Quelle: enoughisenough.eu